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Thorarolle

Die Thora -wörtlich 'Lehre'- umfaßt die Fünf Bücher Moses. Im jüdischen Gottesdienst werden nur handgeschriebene Thorarollen benutzt, die der Schreiber nach sehr strengen Regeln anfertigen muß. Die Vorschriften für die Schreiber haben sich seit dem frühen Mittelalter nicht geändert und sind im Talmud festgelegt. Kein Buchstabe, kein Wort, kein Satz darf ein Thoraschreiber beim Anfertigen der Thora aus dem Gedächtnis schreiben, sondern Buchstabe für Buchstabe muß er die Thorarolle von der Vorlage korrekt abschreiben. Verzierungen des Textes sind in einer Thorarolle nicht erlaubt. Worttrennungen sind ebenso nicht erlaubt und jede Zeile muß genau am Ende der Spalte aufhören. Sollte das unmöglich sein, wird der Buchstabe verlängert,bis er zum Rand reicht. Insgesamt bestehen die Fünf Bücher Mose aus zweihundert Spalten. Für eine vollständige Thorarolle werden 40 Pergamentblätter benötigt. Der Text wird beim Lesen nicht mit dem Finger berührt, sondern man benutzt aus Ehrfurcht vor dem heiligen Namen Gottes (Jahwe) ein Zeigestäbchen. Der Text wird von rechts nach links gelesen.