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Die Bibel im Miniformat für die Lager in Sibirien

Diese Mini-Evangelien kann man sogar kochen!

 

In der Sowjetunion wurden Christen massiv verfolgt und massenweise in den Gulag (Gefangenenlager in Sibirien) deportiert. Der Besitz von Bibeln oder das Lesen in Gottes Wort waren strengstens verboten. Wer dabei erwischt wurde, dem drohten fürchterliche Strafen bin hin zur Folter und der gefürchteten Isolationshaft.

 

Unter Lebensgefahr wurden aber dennoch Bibeln und Neue Testamente (die im Untergrund gedruckt wurden) in die Straflager geschmuggelt. Sie wurden wie der kostbarste Schatz gehütet. Kam eine Wache, so wurden die Heilige Schrift nichts selten im Suppentopf oder Trinkbecher versteckt. Doch nach der Kontrolle war der die Druckerschwärze auf den Seiten verlaufen.

 

So entwickelten ehemalige Gefangene (Russlanddeutsche) in den 70'er Jahren in Deutschland spezielle Miniausgaben der Evangelien. Sie sind klein, besonders klein und mit einem unauffälligen braunen Plastikumschlag geschützt. Die Seiten wurden aus einer speziellen chemischen Mischung hergestellt und ein Leim verwendet, der bis Minus 40 Grad biegsam ist (die Wintertemperaturen in Sibirien)! Nebeneffekt der "Plastik"-Seiten: man kann sie nicht zerreissen. Schulgruppen testen das besonders gerne bei Führungen in der Ausstellung!

 

Das russlanddeutsche Missionswerk Friedensstimme (Gummersbach) hat der Bibelausstellung Sylt etliche dieser Minievangelien geschenkt. Diese kleinen unscheinbaren Evangelien dokumentieren die Schreckensjahre der fürchterlichsten Christenverfolgung in der Sowjetunion.

 

Mit Glasnost und Perestroika wurden die Christen aus den Lagern entlassen und die Herstellung dieser Straflager-Evangelien wurde eingestellt.

Heute verschlechtert sich die Lage der Christen in Teilen der ehemaligen Sowjetunion erneut. Wo der Islam die Macht übernommen hat, wird die freie Religionsausübung eingeschränkt und Christen erneut verfolgt.