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Wormser Propheten & die Täufer

 

Martin Luther sowie der Schweizer Reformator Zwingli und die Mitarbeiter der Prophezei (Zürich) haben bei der Fertigstellung ihrer ersten deutschen Vollbibeln eindeutig auf die Wormser Propheten zurückgegriffen. Allerdings konnten und wollten weder Luther noch Zwingli ihre Abhängigkeit von der musterhaften Übertragung aus dem Hebräischen zugeben, auch wenn noch 11 weitere Auflagen dieser Prophetenübersetzung bei den sog. Taufgesinnten bis 1532 erschienen.


Kampf gegen die Wormser Propheten
Es handelt sich bei dieser ausgezeichneten Übersetzung um eine sog. TÄUFERBIBEL. Zu der großen Tragik und Blutschuld der Reformation gehört die Verfolgung und Ermordung der sog. Täufer (oft auch „Schwärmer“ genannt), die die Kindertaufe als unbiblisch ablehnten. Diese Täufergruppen (sog. linke Flügel der Reformation) wurden sowohl von lutherischer, wie auch von reformierter Seite als „Wiedertäufer“ aus den Städten vertrieben, bzw. unbarmherzig verfolgt und umgebracht.
Die Täufer flohen in großen Scharen u.a. in die USA. In ihrer Nachfolge finden sind heute die Hutterer, Mennoniten, Amish-Gemeinden aber auch die evangelischen Freikirchen, wie die Baptisten oder Brüdergemeinden.


Dass uns heute nur noch wenige Exemplare der sog. Wormser Täuferbibel bekannt sind, liegt wohl daran, dass die bekannten und eng befreundeten Täuferlehrer Hans Denk (1495 - 1527) und Ludwig Haetzer (1495/1500 - 1529) als Bearbeiter dieser alttestamentlichen Teil-Bibel verantwortlich zeichnen. Sie wurden durch das Schwert in Konstanz hingerichtet.