Haarknotenbibelunter Todesgefahr trugen französische Protestantinnen die Bibel versteckt im Haar

 

Der Besitz dieser Mini-Bibeln konnte den Tod bedeuten!

 

Die evangelischen Christen in Frankreich (Hugenotten) wurden im 16. Jahrhundert schwer verfolgt. Die Ausübung der reformierten Religion wurde durch das Edikt von Fontainebleau (1685) strikt untersagt.

 

Wer von den Protestanten seinen Glauben weiterhin ausübte, musste mit allerschwersten Strafen rechnen: Tod, Galeeren, Gefängnis.

 

Die Bibeln (bzw. Auszüge aus der Bibel) und Psalter mussten daher in verkleinerter Form gedruckt werden. Die Titelseiten der Bibeln wurden oft herausgerissen, damit die Verfolger das verbotene Buch nicht erkennen konnten.

 

Über 20.000 Hugenotten liessen sind in Brandenburg-Preußen nieder, wo Kurfürst Friedrich Wilhelm ihnen besondere Privilegien und Religionsfreiheit gewährte. In Berlin wurden dann solch kleine „Minibibeln“ gedruckt mit kurzen Bibelmerkversen in französischer Sprache und in die alte Heimat geschmuggelt. Diese  versteckten die Protestantinnen dann in ihren großen Haarknoten oder unter ihren Hauben, so dass diese Bibeln als „Haarknotenbibeln“ bekannt wurden.

 

Zur Sammlung der Bibelausstellung Sylt gehört eine solche seltene "Haarknotenbibel" von 1762. Diese Mini-Bibel wurde in Berlin gedruckt und dann nach Frankreich geschmuggelt.


Seit einigen Jahren widmet sich ein besonderes Museum in Frankreich der Geschichte der verfolgten Christen: www.museeprotestant.org

 

mehr zu den Hugenotten und der Haarknotenbibel finden Sie hier: www.bfhg.de/sammlung-prisard/theologie/bible-de-chignon/