Das Evangeliar Heinrich des Löwen 12. Jh.das einst teuerste Buch der Welt

 

Das Evangeliar Heinrichs des Löwen

- Evangeliarium Heinrici Leonis -

um 1180 n.Chr. - aus dem Welfenschatz

 

Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, beauftragte um 1173 die Benediktinerabtei Helmarshausen an der Weser ein luxuriöses Evangeliar zu erstellen. Es war als Stiftung für den Marienaltar der Braunschweiger Stiftskirche St. Blasii (heute: Braunschweiger Dom) bestimmt. Die lateinische Handschrift mit dem Text der vier Evangelien umfasst 226 Blätter mit 50 ganzseitigen prachtvoll mit Gold verzierten Miniaturen, sowie 17 Kanontafeln. Der Text ist zudem reich verziert mit rund 1.500 kleineren, 77 größeren und sieben sehr großen Initialen. Bei seiner Herstellung war der Codex das wohl teuerste Buch des Mittelalters, denn es wurden 5kg (!) Gold in der Prachthandschrift verarbeitet. Das Evangeliar gilt zu Recht als das Hauptwerk der romanischen Buchmalerei des 12. Jahrhunderts.

 

Die Handschrift wurde Teil des berühmten Welfenschatzes. Später wanderte der Codex von Braunschweig für Jahrhunderte in die Bibliothek des Veitsdomes in Prag. 1861 gelang es König Georg V. von Hannover, den Codex für zehntausend Taler nach Nieder-sachsen zurückzuholen. Nach seiner Abdankung 1866 (Annexion des Königreichs durch Preußen) nahm er den Codex mit ins österreichische Exil. Danach verlor sich seine Spur. Das Evangeliar galt seit 1933 als verschollen. Wie aus dem Nichts tauchte die kostbare Handschrift 1983 wieder auf. Sie wurde am 6. 12. 1983 im Londoner Auktionshaus Sotheby’s für 32,5 Millionen D-Mark (rund 16,7 Millionen Euro) von Deutschland ersteigert. Den Kaufpreis brachten die deutsche Bundesregierung, die Bundesländer Niedersachsen und Bayern, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie private Spender (v. a. aus Braunschweig) auf. Es galt bis zum Erwerb einer Handschrift des Leonardo da Vinci („Codex Leicester“) durch Bill Gates als das teuerste Buch der Welt.

 

Die Handschrift wird heute als Codex Guelf. 105 Noviss. 2° in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel bzw. als CLM 30055 in der Bayerischen Staatsbibliothek in München aufbewahrt und nur alle zwei Jahre wird der Codex für kurze Zeit der Öffentlichkeit gezeigt. Das wertvolle Faksimile ist so prachtvoll wie das Original.

 

Auf der Webseite des Heimatmuseums Hornburg finden Sie weitere Bilder der beeindruckenden Handschrift (Bilder vom selben Faksimile) --> HIER KLICKEN und Sie werden auf eine fremde Seite umgeleitet!

 

Bild vom Original